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meintraum

Herzen werden niemals praktisch sein, es sein denn, man könnte sie unzerbrechlich machen

Ungeplant

Veröffentlicht am 27. Februar 2014 von meintraum

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Ich habe mir nie vorgenommen, zu schreiben. Ich habe damit angefangen,als ich mir nicht anders zu helfen wusste.

- Herta Müller

 

Nicht anders ging es mir, als ich angefangen habe zu schreiben. Ich habe es niemals geplant. Nicht einmal jetzt plane ich es. Es überkommt mich einfach und dann kann ich stundenlang nichts anderes mehr tun.

 

Für die reale Welt bin ich dann nicht mehr erreichbar. Ich existiere nur noch in den Worten, die sich vor mir auftürmen. Manchmal kommen meine Finger gar nicht so schnell hinterher, wie die Sätze sich in meinem Kopf formen.

 

Schreiben hilft. Es hilft wirklich. Man kann loslassen, sich von allem abkapslen. Man muss nicht einmal mehr wirklich nachdenken. Oder zumindest muss man nicht mehr über die eigenen Sorgen nachdenken. Man ist gefangen in dieser einzigartigen Welt.

 

Viele unterschätzen das Schreiben. Sagen, es sei einfach. Natürlich kann schreiben einfach sein. Wenn ich meiner besten Freundin eine SMS schreibe oder meiner Mutter eine Notiz hinterlasse. Aber um diese Art des Schreibens geht es mir nicht.

 

Ich denke, sehr viele werden mir zustimmen, wenn ich sage, dass es unheimlich schwer ist, einen Aufsatz zu schreiben. Man muss in manchen Fällen recherchieren, wirklich darüber nachdenken, was man fabriziert. Zudem kann man es sich nicht leisten, die Konzentration zu verlieren. Wenn man einmal angefangen hat, muss man den Aufsatz zu Ende schreiben. Zumindest habe ich es oft so erlebt.

 

Aber auch diese Art von Schreiben meine ich nicht. Mir geht es um das kreative Schreiben. Das, wobei man sich etwas vollkommen allein ausdenkt, stundenlang nur über dem Papier hängt und einfach schreibt. So etwas ist nicht einfach. Man muss Formulierungen finden, abwägen, ob der nächste Satz zum vorherigen passt. Es ist schwer.

 

Und trotzdem verliere ich mich so oft darin. Manche verstehen das nicht, aber ich liebe das Schreiben. Es macht mir Spaß. Ich merke nicht, wie die Stunden vergehen, wenn ich schreibe. Vielleicht mache ich eine kurze Pause und bemerke erst dann, dass ich vor zwei Stunden das letzte Mal auf die Uhr gesehen habe.

 

Wenn ich wirklich schreibe, bin ich nur noch körperlich anwesend. Mein Geist, meine Seele, alles, was mich ausmacht, steckt in dem, was ich schreibe.

 

Und genau deshalb ist es ungeplant. Ich nehme mir nicht vor, jetzt mindestens zwei Seiten zu schreiben. Vielleicht schreibe ich nur eine halbe Seite und dann bin ich fertig. Oder ich schreibe zehn Seiten, mache eine kurze Pause, trinke etwas und schreibe dann die nächsten zehn Seiten.

 

Ich denke, nur wenige Menschen können wirklich verstehen, was Schreiben eigentlich ausmacht.

 

Es ist einzigartig.

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